Wenn der Garten mehr gibt als du brauchst — Fair Share im Spätsommer
Ende August ist die Zeit, in der Gärten manchmal überwältigen. Tomaten, Zucchetti, Bohnen, Kräuter, erste Äpfel — und irgendwann mehr, als man allein essen, einlegen oder verschenken kann. Eine sehr konkrete Situation. Und gleichzeitig ein guter Einstieg in etwas, das in der Permakultur einen Namen hat.
Drei Grundsätze — und einer davon ist: teilen
Permakultur basiert auf drei Ethiken:
- Earth Care — Sorge für die Erde
- People Care — Sorge für die Menschen
- Fair Share — gerechtes Teilen, Überschüsse weitergeben
Diese drei Sätze klingen einfach. Und das sind sie auch — absichtlich. Fair Share ist kein kompliziertes Konzept. Es bedeutet: Wenn du mehr hast, als du brauchst, gibst du weiter, was du abgeben kannst. Das können Zucchetti sein. Oder Tomaten. Oder Saatgut.
Was Teilen im Spätsommer bedeutet
In der Permakultur-Gemeinschaft gibt es verschiedene Wege, Ernte-Überschüsse weiterzugeben:
Teilen mit Nachbarinnen und Bekannten. Der naheliegendste Weg. Ein Korb mit Tomaten vor der Türe. Eine Tüte Bohnen an eine Freundin. Kein grosses Konzept nötig.
Saatgut bewahren. Wer samenfestes Saatgut hat — Tomaten, Pepperoni, Bohnen, Zucchetti — kann reife Samen trocknen und aufbewahren. Saatgut aus dem eigenen Garten ist ein Geschenk, das im nächsten Frühling weiterwächst. Schweizweit koordiniert die Fachgruppe „Regional Saatgut tauschen» des Vereins Permakultur Schweiz den Saatgut-Tausch an über 60 Standorten — eine der konkretesten Formen, wie Permakultur-Gemeinschaften Wissen und Sortenvielfalt gemeinsam bewahren.
Gemeinsam einmachen, dörren, verarbeiten. Manche Überschüsse lassen sich gut zu zweit oder in einer kleinen Gruppe verarbeiten: Konfitüre kochen, Kräuter trocknen, Gemüse fermentieren. Der Aufwand verteilt sich — und das Ergebnis auch.
Permakultur ist Alltag — keine Doktrin
Was an Fair Share gut zu verstehen ist: Es muss kein politisches Statement sein. Es ist eine Haltung, die im Alltag auftaucht, wenn man anfängt, etwas grösser zu denken als den eigenen Kühlschrank.
In der Regiogruppe Thun interessiert uns genau das: Wie verknüpft sich Permakultur-Denken mit den echten, kleinen Entscheidungen im eigenen Garten, auf dem Balkon oder in der Nachbarschaft? Was passiert, wenn man nicht nur für sich, sondern mit anderen plant und teilt?
Keine dieser Fragen braucht ein Vorwissen. Sie braucht nur Neugier — und ein bisschen Gesprächspartner.
Wenn du Lust hast mitzumachen
Wir treffen uns regelmässig an Permakultur-Orten in der Region — unter anderem auf dem Hof Schwarzenbach, Spiez — und tauschen uns über genau solche Themen aus. Kein Vorwissen nötig, kein Mitgliedschaftszwang für einen ersten Besuch. Du kannst einfach kommen, zuhören und mitbringen, was du hast — auch wenn das bloss eine Frage ist.
[defer-to-Emanuel: Nächsten Treffpunkt und Termin bitte vor Publikation bestätigen und hier einfügen.]
Wenn du informiert bleiben möchtest oder Fragen hast: hallo@permakulturthun.ch oder über das Kontaktformular auf permakulturthun.ch.