Jetzt stecken, was im Frühling als Erstes blüht
Der Oktober sieht nach Aufräum-Zeit aus. Aber er ist auch die letzte Chance, den nächsten Frühling vorzubereiten.
Laub rechen, Beete zudecken, Gartenschere – Oktober fühlt sich meistens wie ein Ende an. Und doch steckt in diesem Monat eine der schönsten Handlungen des ganzen Gartenjahres: Wer jetzt ein paar Blumenzwiebeln in die Erde drückt, pflanzt die erste Mahlzeit des nächsten Bienenjahres. Und setzt etwas in Gang, das jahrelang von selbst wiederkommt.
Was du jetzt stecken kannst
Frühlingsblühende Zwiebelblumen gehören jetzt in die Erde – am besten bis Mitte Oktober, aber kleine Zwiebeln (Krokus, Traubenhyazinthe) können noch bis in den November warten, solange der Boden offen und frostfrei ist.
Besonders geeignet für einen naturnahen Garten:
- Wildkrokus / botanischer Krokus – einer der allerersten Blütenlieferanten im Vorfrühling, oft schon im Februar oder März. Gehört zu den wertvollsten Frühnahrungsquellen für Bienen.
- Traubenhyazinthe (Muscari) – zuverlässig, pflegeleicht, verwildert gerne und bildet mit den Jahren dichte Blütenteppiche.
- Schneeglöckchen – kommen früh, verbreiten sich von selbst und werden meistens mehr statt weniger.
- Wildtulpe – kleiner und robuster als Gartentulpen, verwildert in gut drainierten Böden.
- Zierlauch (Allium) – blüht etwas später, aber ausdauernd, bienenfreundlich, auffällig.
Faustregel zum Stecken: Blumenzwiebeln etwa zwei- bis dreimal so tief in die Erde setzen, wie die Zwiebel hoch ist. In Gruppen oder kleinen Tuffs statt einzeln – das gibt ein natürlicheres Bild.
Der Permakultur-Gedanke: einmal setzen, jahrelang profitieren
Wildformen und kleine Zwiebelblumen eignen sich hervorragend zum Verwildern: in den Rasen stecken, unter Gehölze setzen, an Wegrändern verstreuen. Sie brauchen danach keine besondere Pflege. Viele vermehren sich von selbst und bilden mit den Jahren immer grössere Blütenflächen – kreislauforientiert, pflegeleicht, ohne nachkaufen zu müssen.
Wer den Rasen nutzt: nach der Blütezeit erst mähen, wenn das Laub der Zwiebeln eingezogen ist. Dann schwächen sich die Zwiebeln nicht ab.
Warum das für Insekten zählt
Im Vorfrühling – oft noch im Februar oder März, wenn sonst kaum etwas blüht – sind Frühblüher wie Krokus, Schneeglöckchen und Traubenhyazinthe eine der ersten Nektar- und Pollenquellen für Bienen und andere frühe Insekten. Das macht diesen Zeitpunkt besonders: Nicht im Hochsommer, wo viel blüht, sondern jetzt, im noch kahlen Vorfrühling, sind diese Blüten wirklich gefragt.
Und du pflanzt sie heute – im Oktober – mit zehn Minuten Aufwand.
Essbarer Zusatz: Oktober ist auch Knoblauchzeit
Neben Blumenzwiebeln ist Oktober die klassische Zeit, Knoblauch zu stecken. Im Herbst gesteckter Knoblauch bildet in der Regel grössere Knollen als im Frühjahr gesteckter. Was du brauchst: einen sonnigen Standort, lockeren Boden (Staunässe vermeiden), gesunde Zehen mit der Spitze nach oben ein paar Zentimeter tief, genug Abstand zwischen den Zehen.
Permakultur-Tipp: einen Teil der eigenen Ernte als Pflanzgut zurückbehalten – dann bleibt auch der Knoblauch im Kreislauf.
Beobachten im Frühling – und berichten
Im Februar oder März, wenn die ersten Blumen aufgehen, kannst du beobachten: Wer kommt als Erstes? Welche Biene besucht welche Blüte? Wie weit haben sich die Zwiebeln schon ausgebreitet?
Das ist genau die Art von Beobachtung, die beim nächsten Treffen interessiert – unser Motto ist schliesslich Permakultur T(h)UN & BEO(bachten).
Nächstes Treffen
Hol dir eine Handvoll Wildkrokus-Zwiebeln, such dir eine ruhige Stelle in der Wiese oder unter einem Gehölz – und steck sie rein. Im Februar oder März wirst du sehen, wer vorbeikommt. Bring die Beobachtung ans nächste Treffen mit.
Aktuelle Termine und Treffpunkt findest du auf www.permakulturthun.ch oder per Mail unter hallo@permakulturthun.ch.